
Michael Hagleitner:
Vortrag anlässlich des 50. Todestags von Frank Martin (1890-1974), mit Bild- und Tonbeispielen.
Die Rezeption der Musik Frank Martins hat sich seit seinem Tod gewandelt: Während zu Martins Lebzeiten vor allem die ab 1938, nach seiner Beschäftigung mit der Dodekaphonie, entstandenen Werke Beachtung fanden, wurden in den letzten Jahrzehnten Werke aus Martins erster Lebenshälfte zu seinen meistgespielten Werken.
Der Vortrag widmet sich der Entwicklung von Martins unverkennbarem Personalstil, der Aspekte von Impressionismus, Zwölftonmusik und Neoklassizismus vereint und somit als Synthese der Hauptströmungen der frühen Moderne verstanden werden kann.
Dabei soll eine Brücke von Frank Martins heute meistgespielten (modal geprägten) früheren Werken zur Musik seines Reifestils geschlagen werden, und die Rolle der Zwölftontechnik für diese Entwicklung beleuchtet werden. Der Vortragende wird auch Einsichten präsentieren, die sich ihm durch seine Tätigkeit in der Alban Berg Stiftung erschlossen haben, etwa aus dem Briefwechsel Alban Bergs mit Ernest Ansermet, dank dessen Initiative Martins Heimatstadt Genf „zur reinsten Berg[-]Stadt geworden“ war (Erwin Stein, UE, 1934), was Martins Beschäftigung mit der Dodekaphonie initiierte.
21. November 2024, 18 Uhr, Österreichische Gesellschaft für Musik, Hanuschgasse 3, 1010 Wien